Freiberuflich oder Festangestellt?

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Freiberuflich oder Festangestellt?

Für viele IT Spezialisten stellt sich während Ihrer Laufbahn zwangsläufig die Frage, ob sie lieber als Freelancer, also freiberuflich, oder in Festanstellung arbeiten möchten. Für beide Tätigkeitsarten gibt es klare Vorteile aber auch eindeutige Nachteile. Wir möchten Ihnen mit diesem Artikel ein wenig dabei helfen, den für Sie richtigen Weg zu finden.


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Verdienstmöglichkeiten
Projektakquise / Leerlaufphasen
Urlaube / Krankheit
Versicherungen
Krankenversicherung
Rentenversicherung
Arbeitslosenversicherung
Betriebshaftpflicht
Kündigungsschutz
Finanzielle Sicherheiten
Zahlungsziele
Freiheit
Abwechslung
Fazit


Verdienstmöglichkeiten

Für viele IT Fachkräfte, insbesondere zum Beginn der Karriere, gilt der mögliche Verdienst als eines der Hauptargumente für die Freiberuflichkeit. Auf den ersten Blick trifft dies auch zu, ein Freelancer kann in einem Monat oft mehr als doppelt so viel Einnahmen generieren, wie ein Festangestellter mit vergleichbarer Berufserfahrung. Warum also lange überlegen, mag der ein oder andere sich denken, ab zum Gewerbeamt, noch kurz zum Steuerberater und los geht’s. Aber auch hier hat die Medaille wie so oft zwei Seiten.

Der Stundensatz oder der monatliche Geldeingang auf dem Konto sind objektiv betrachtet nicht relevant. Zu berücksichtigen sind hier insbesondere Leerlaufphasen zwischen den Projekten, unbezahlte Urlaube, unbezahlte Krankheitstage und nicht zuletzt die Kosten für die Absicherung, also Krankversicherung, Rentenversicherung, Betriebshaftpflicht und ähnliches. Auch die Arbeitslosenversicherung, ein Kündigungsschutz und Zahlungsverzögerungen sind mit einzupreisen und am Ende der Rechnung sieht der vermeintlich doppelt so hohe Verdienst eines Freiberuflers vielleicht sogar niedriger aus als die vergleichbare Festanstellung. Daher beleuchten wir die Punkte einmal ganz genau.


Projektakquise / Leerlaufphasen

Auch wenn es oft so scheint, als sei der Freiberufler-Projektmarkt in Deutschland so groß und dynamisch, dass es quasi unmöglich ist, ohne Projektangebote dazustehen, sieht die Realität ein wenig anders aus. Wir haben zwar einen sehr hohen Fachkräftemangel und es gibt tatsächlich jederzeit tausende von offenen Positionen, trotzdem gelingt es selbst den erfahrensten und besten Freiberuflern nicht immer, nahtlos von einem Projekt ins andere zu wechseln.

Als Freelancer kann es immer vorkommen, dass ein Projekt ohne oder mit kürzester Vorwarnzeit beendet, eingefroren oder zeitlich gekürzt wird. Da hier nur die tatsächlich geleistete Zeit abgerechnet werden kann, bedeutet dies sofortige Gehaltseinbußen. Vielfach steht ein Freelancer dann vor der Entscheidung eine Projektpause ohne Bezahlung auszusitzen, um den sicheren Hafen nicht zu verlassen und letztendlich auch seinen Kunden zu halten oder Neuland zu betreten. Beides verläuft nicht ohne Komplikationen, eine unangenehme Situation.
Auch wenn ein Projekt planmäßig mit genügend Vorlauf endet, kommt es häufig vor, dass sich kein Anschlussprojekt ohne Unterbrechung findet. Entweder ist man zu spät für ein Projekt verfügbar und ein sofort verfügbarer Wettbewerber macht das Rennen, oder es gibt eine Zusage, der Projektstart liegt aber erst deutlich hinter dem Ende des derzeitigen Projektes. Selbst wenn man ein nahtlos startendes Projekt gefunden hat – was tatsächlich eher die Ausnahme als die Regel ist – kann es noch zu einer Verzögerung beim Start kommen. Es fehlen Zugänge, Hardware-Lieferungen kommen nicht rechtzeitig an, der Projektleiter erkrankt usw. In der Regel bedeutet auch dies für den Freelancer eine unbezahlte Wartezeit.

Für den Festangestellten stellt sich diese Frage gar nicht erst. Leerlaufzeiten sind gesetzlich verpflichtend das unternehmerische Risiko seines Arbeitgebers, der ihn trotzdem voll bezahlen muss, selbst wenn er Zuhause sitzt, weil es keinen Auftrag gibt. Im allerschlimmsten Fall müsste er bei ca. 2/3 seiner Bezüge in Kurzarbeit, die gesetzlichen Hürden dazu sind aber hoch und selbst dann gibt es häufig Betriebsvereinbarungen, die das Gehalt auf (annähernd) 100% aufstocken. Nicht wenige Arbeitnehmer genießen die Kurzarbeit sogar, da sie bei (fast) vollen Bezügen eine Menge Freizeit haben.


Urlaube / Krankheit

„Mir reichen ein paar Tage Urlaub pro Jahr und krank bin ich eigentlich nie.“ – solche Aussagen hören wir immer wieder, gerade bei jüngeren Freiberuflern. Dies mag auch teilweise zutreffen, für ein paar Jahre kann dies durchaus problemlos möglich sein. Das Leben verläuft aber nie in geraden Bahnen, jeder von uns wird früher oder später mal eine Phase haben, in der er dringend den Kopf frei bekommen muss oder gesundheitliche Probleme auftreten.

Es gibt nicht umsonst etliche Wörter wie urlaubsreif, ausgelaugt oder überarbeitet und ganze Bestsellerlisten voll Büchern über Burn Out, Entspannungstechniken und Sabbaticals. Ohne ausreichende Urlaubstage wird kein Mensch sein gesamtes Berufsleben ohne ernsthafte mentale Auswirkungen überstehen. Ganz zu schweigen von einem Familienleben, das ohne lange Erholungsurlaube kaum erstrebenswert scheint.

Auch Krankheiten gehören leider selbst bei den fittesten Menschen zwangsläufig irgendwann einmal dazu. Keiner von uns ist unzerstörbar und selbst mit bester Ernährung und viel Bewegung lässt sich ein Alterungsprozess des Körpers nicht aufhalten. Zu denken, es würde immer so weiter gehen wie in jungen Jahren, wäre naiv, daher muss auch dies bei der Berechnung mit einbezogen werden.

Ein Freelancer wird jeden Urlaub und jede Krankheit doppelt bezahlen. Zum einen kostet ihn diese Zeit Geld für die Urlaubsreise oder z.B. Medikamente, zum anderen erleidet er in dieser einen vollständigen Verdienstausfall. Für den Festangestellten trifft dies nicht zu, hier greift in beiden Fällen eine vollständige Lohnfortzahlung. Bei längerer Krankheit über 6 Wochen erlischt diese zwar, die Krankenkasse übernimmt dann aber ca. 2/3 des Gehalts unbegrenzt.


Versicherungen

Als Freiberufler ist man von den meisten Versicherungen befreit, zwingend vorgegeben ist derzeit nur die Krankenversicherung. Es ist dabei aber zu bedenken, dass es zwar nicht vorgeschrieben ist, eine Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Betriebshaftpflicht-, Berufshaftpflicht-, Krankentagegeld- oder Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, ein Freiberufler aber bei einem Schadensfall in der Regel ohne jegliche gesetzliche Absicherung dasteht. Betrachten wir auch dies einmal ganz genau im Einzelnen.


Krankenversicherung

Unabhängig vom Verdienst steht dem Freelancer die private Krankenversicherung offen und diese ist – auch hier zumindest auf den ersten Blick –deutlich günstiger als die gesetzliche, vorausgesetzt man ist jung, gesund und alleinstehend. Doch die private Krankenversicherung wird im Laufe der Jahre oft erheblich teurer, hier gibt es keine gesetzliche Bremse, und jedes weitere Mitglied (Ehepartner, Kinder) muss voll kostenpflichtig eigens versichert werden. Eine Familienversicherung wie in der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es in der Regel nicht. So kann die private Krankenversicherung schnell teurer als die gesetzliche werden und ein Wechsel zurück in die gesetzliche KV ist als Freiberufler fast unmöglich.

Für den Festangestellten besteht meist, zumindest am Anfang der Karriere, automatisch eine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung, die sich prozentual am Einkommen bemisst. Diese ist in jungen Jahren meist etwas teurer als die private KV und die Leistungen sind etwas schlechter, allerdings kippt dieser Umstand im Laufe der Jahre erheblich. Gerade Alleinverdienende mit hohem Gehalt, die ihren Ehepartner und Kinder in der Familienversicherung mit absichern, sparen unter Umständen monatlich im vierstelligen Bereich. Dazu kommt, dass auch bei einer Arbeitslosigkeit die Familienversicherung voll über das Arbeitslosengeld gedeckt ist, hier muss der Freelancer weiter für jedes Mitglied voll selbst zahlen.

Der Arbeitnehmer hat zudem den Vorteil, dass er, wenn er über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, was in der IT eher die Regel ist, sich ebenfalls frei entscheiden kann, ob er sich gesetzlich oder privat versichert. Entscheidet er sich für die private KV hat er alle Vor- und Nachteile, die der Freelancer auch hat und es ist auch für ihn nicht ganz einfach in die gesetzliche KV zurück zu wechseln, allerdings bieten sich hier weitaus mehr Spielräume, die vor allem weitaus weniger Verdienstausfall bedeuten.


Rentenversicherung

Ein Freiberufler, der sein Leben lang bestens verdient, aber keine Rentenversicherung abgeschlossen hat, wird im hohen Alter keinen einzigen Cent Rente erhalten, selbst wenn er zum Härtefall wird, Invalide oder ähnliches. Für ihn bleibt nur die Grundsicherung, also Hartz IV. Das wiederum bedeutet, dass zunächst alle Rücklagen, Immobilen, Bargeld, Autos, Konten, Aktien, Sparpläne oder sonstige Wertgegenstände veräußert und das Geld bis zu einer Minimalgrenze aufgebraucht werden muss, bevor der Staat auch nur den ersten Euro überweist. Auf gut Deutsch bedeutet dies den vollständigen finanziellen Ruin. Hier sollte also definitiv eine gute Absicherung her.

Festangestellten stellt sich diese Frage nur bedingt, hier ist die gesetzliche Rente garantiert, die momentan zumindest noch auf einem Niveau ist, das einem einen würdevollen Lebensabend garantiert. Über eine Zusatzversicherung kann man nachdenken, aber auch wer anders vorsorgt, beispielsweise mit einem Eigenheim und Rücklagen, wird im Alter mit der gesetzlichen Rente voll versorgt sein. Ein Absturz in die Grundsicherung ist, gerade bei den Verdienstspannen in der IT, nahezu ausgeschlossen.


Arbeitslosenversicherung

Die wenigsten Freiberufler zahlen freiwillig in die gesetzliche Arbeitslosenversicherung. Dies ist auch gar nicht machbar, wenn man sich nicht direkt zu Beginn der Selbständigkeit dazu entschieden hat und seitdem dauerhaft in der Versicherung geblieben ist. In der Regel ist dies nicht der Fall, gerade für Arbeitnehmer, die mit dem Wechsel in die Selbständigkeit liebäugeln, sollte dies aber in Erwägung gezogen werden.

Ohne eine solche Versicherung bedeutet dies, dass eine Beendigung der Selbständigkeit dazu führt, dass keinerlei Ansprüche auf Arbeitslosengeld 1 bestehen. Dieses muss erst durch mindestens 12 Monate sozialversicherungspflichtige Arbeit neu aufgebaut werden. Findet ein Freelancer keinen Job bleibt ihm auch hier nur die Grundsicherung, also Hartz IV, mit den gleichen Nachteilen wie oben beschrieben.

Auch hier sind Festangestellte automatisch (in der Regel für 12 Monate) voll abgesichert und erhalten bei einer Arbeitslosigkeit meist rund 2/3 des vorherigen Gehalts.


Betriebshaftpflicht

Auch eine Betriebshaftpflichtversicherung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben und wird oft nicht als notwendig angesehen. Dies sollte sich aber jeder Freelancer genau überlegen, denn anders als bei einem Festangestellten, der immer über den Arbeitgeber versichert sein muss, haftet ein Freiberufler für sämtliche Schäden, die er während seiner Tätigkeit verursacht voll selbst.

Das fängt bei der umgeschütteten Kaffeetasse an, die ein Notebook zerstört, und hört bei einem Kurzschluss im Serverraum, der zu einem Betriebsausfall mit Schaden im Millionenbereich führt, auf. So kann ein kleiner Fehler oder ein winziges Missgeschick das gesamte zukünftige Leben beeinträchtigen. Auf eine Absicherung durch den Auftraggeber oder Unterstützung durch den Staat darf hier kaum gehofft werden. Die Versicherung des Auftraggebers springt vielleicht sogar zunächst ein, wird aber versuchen sich jeden Cent beim Freelancer zurück zu holen.

Festangestellte haften für Schäden, die sie während ihrer Tätigkeit verursachen, nur in absoluten Ausnahmefällen. Bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit ist auch hier eine Haftung möglich, dies wird aber nur in absoluten Ausnahmefällen zum Tragen kommen. In der Regel springt hier immer der Arbeitgeber bzw. dessen Versicherung in die Bresche.


Kündigungsschutz

Als Freiberufler hat man gesetzlich keinerlei Kündigungsschutz. Wird ein Projekt beendet, so endet mit der letzten erbrachten Arbeitsstunde meist auch die letzte Einnahme. Fakturiert wird nur das, was erbracht wurde, selbst wenn während eines laufenden Tages ein Projekt beendet wird, kann in der Regel nicht einmal der volle Tag abgerechnet werden. Viele Auftraggeber sind hier kulant und halten sich an eine freiwillige Kündigungsfrist von ca. 1-2 Wochen, vorgeschrieben ist dies aber nicht und eingeklagt werden kann eine Bezahlung – mit ganz wenigen Ausnahmen – erst recht nicht.

Als Festangestellter ist man hier voll gesetzlich abgesichert, eine reguläre Kündigung ist teilweise gar nicht möglich, insbesondere bei größeren Firmen mit Betriebsräten oder starken Gewerkschaften. Erfolgt sie dennoch, hat der Arbeitnehmer in der Regel nicht nur eine lange Kündigungsfrist (je nach Betriebszugehörigkeit bis zu 7 Monate) sondern erhält meist auch eine stattliche Abfindung. Auch kann ein Arbeitnehmer auf Wiedereinstellung klagen und wird damit in der Regel immer Erfolg haben, wenn es nicht einen absolut triftigen, eigenverschuldeten Grund für die Kündigung gab.


Finanzielle Sicherheiten

Die meisten Menschen werden irgendwann in ihrem Leben an den Punkt kommen, an dem sie eine sehr große und langjährige finanzielle Verpflichtung eingehen. Ob dies der Bau des eigenen Hauses ist, die Gründung einer Familie oder einfach nur eine größere Anschaffung. In der Regel spielen dann zwei Gedanken eine Rolle – wie sicher bin ich mir, dass ich mir das leisten kann? Und wie sicher ist sich die Bank, dass sie mir das finanzieren möchte?

Beide Punkte sind als Festangestellter, gerade in der IT, meist schnell beantwortet. Die Bank rollt den Teppich aus und das eigene Gehalt wird so sicher wie das Amen in der Kirche pünktlich am Monatsende auf dem Konto landen. Die monatlichen Zahlungen können über Jahre oder sogar Jahrzehnte im Voraus sicher eingeplant werden.

Als Freelancer sieht die Welt da schon etwas anders aus. Die Bank wird sich sehr genau ansehen, wie die Einnahmen der letzten Jahre ausgesehen haben und hier eher das schlechteste Jahr als Maßstab ansetzen. Zusätzlich dürfte ein ordentlicher Risiko-Aufschlag fällig werden. Das benötigte Eigenkapital wird vermutlich ebenfalls deutlich höher liegen als bei einem Angestellten. Und auch die eigenen Gedanken an die berufliche Zukunft werden vermutlich die eine oder andere schlaflose Nacht verursachen. „Was, wenn ein Auftraggeber nicht zahlt? Was, wenn ich länger krank werde? Was, wenn wir eine Wirtschaftskrise bekommen und ich einige Monate ohne Projekt überbrücken muss?“


Zahlungsziele

Bis auf ganz wenige schwarze Schafe und Unternehmen in schwerer finanzieller Schieflage, zahlt jeder Arbeitgeber pünktlich und meist noch während des laufenden Monats die Gehälter aus. Der Geldeingang in den meisten Firmen ist pünktlicher als die Tagesschau, viele Angestellte werden schon nervös, wenn das Geld mal nicht am 25. sondern erst am 26. eingeht. In dieser Hinsicht müssen sich Festangestellte keinerlei Gedanken machen.

Bei Freelancern sieht auch hier die Welt komplett anders aus. In der Regel wird erst nach dem abgeschlossenen Monat abgerechnet, oft muss hier noch eine Unterschrift für den Zeitnachweis eingeholt werden, es gibt vielleicht noch Klärungsbedarf bezüglich einzelner Posten, Zeiten, Reisekosten, Belege usw. Bis dann alles geklärt ist und die Rechnung gestellt werden kann, vergehen schon gerne mal einige Tage. Ist die Rechnung dann endlich raus, heißt es warten. Standard-Zahlungsziel in der Branche sind 30 Tage, es gibt aber auch Projekte, in denen es mal 45 oder sogar 60 Tage sind.

Auch wenn das Zahlungsziel abgelaufen ist, heißt dies nicht, dass das Geld zwingend auf dem Konto zu erwarten ist. Anders als in der automatisierten Lohnbuchhaltung werden Eingangsrechnungen meist manuell erfasst und bearbeitet. Menschen machen Fehler und so kommt es zwangsläufig immer mal wieder zu einer Zahlungsverzögerung. In der Regel lässt sich dies dann mit einem einzigen Anruf aufklären und weinige Tage später ist das Geld auf dem Konto, aber es führt zwangsläufig zu Mehraufwänden und Verzögerungen.

Im Worst Case sieht das in der Praxis dann so aus: Projektstart am 01.07. Einsatz bis 31.07., dann Abgabe des Timesheets. Bis der Timesheet unterzeichnet ist vergeht aufgrund von Klärungsbedarf eine Woche, Rechnungsstellung daher am 07.08. Es vergehen 60 Tage Zahlungsziel und am 07.10. stellt der Freelancer fest, dass noch kein Geldeingang verbucht wurde. Er wartet einige Tage, da er nicht gleich am ersten Tag anmahnen möchte, und ruft dann am 15.10. in der Buchhaltung an. Es wird 2 Tage lang nach dem Fehler gesucht, Zahlendreher beim Erfassen. Korrektur dauert 2 Tage, nächster Zahllauf 3 Tage später, nach dem Wochenende. Die Bank verbucht das Geld als Eingang am nächsten Tag, dem 23.10. Der Freelancer hat also fast 4 Monate nach seinem ersten Einsatztag das erste Mal Geld auf dem Konto. Verhindern lässt sich dies durch Skonto oder Factoring, beides kostet aber einige Prozente der Rechnungssumme, auch dies sollte man also einkalkulieren.

An dieser Stelle möchten wir in eigener Sache darauf hinweisen, dass wir unsere Zahlungsziele mit höchster Priorität einhalten und in der Regel bereits einige Tage vorher zahlen. Standard sind bei uns 30 Tage Zahlungsziel und wir bieten faire Skonto-Bedingungen. Wir kennen aber auch andere Anbieter aus erster Hand und wissen, wie der Markt funktioniert, daher sollte jeder Freiberufler auch dieses Worst Case Scenario bedenken.


Freiheit

Sie steckt nicht nur im Namen, sie ist beim Freiberufler absolut Programm. In keiner anderen Beschäftigungsform ist ein IT Spezialist so unabhängig und selbstbestimmt. Die Nachteile der kurzen Kündigungsfristen und der unbezahlten freien Tage sind aus diesem Blickwinkel ein Vorteil – es muss Niemand um Erlaubnis gefragt werden, es gibt kein Urlaubskonto, es muss nichts mit den Kollegen abgestimmt werden und kein Chef rümpft die Nase, wenn ein Freelancer mal länger krank ist, sich ein paar Tage Auszeit nimmt oder mal früher geht.

Es sollte natürlich bewusst sein, dass dies alles bares Geld kostet, aber wer gut haushalten kann und dies von Anfang an mit einkalkuliert, der kann mit einer freiberuflichen Tätigkeit deutlich flexibler und selbstbestimmter arbeiten und leben als ein Festangestellter. Das gilt im Übrigen nicht nur für die Freizeit, auch die Arbeitszeit ist deutlich „freier“ gestaltbar. Für den Freelancer gilt kein Arbeitszeitgesetz, er kann arbeiten so viel, so lange und mit so wenig Pausen wie er möchte. Ob dies in der Praxis auch ratsam ist, steht auf einem anderen Blatt, aber theoretisch kann ein Freiberufler 7×24 Stunden durcharbeiten, ohne eine Pause zu machen. Wir möchten dies aber ausdrücklich nicht empfehlen, das Arbeitszeitgesetz besteht nicht ohne Grund.

Auch die Freiheit, seinen Stundensatz bei jedem neuen Projekt oder selbst während eines Projektes, bei geänderten Rahmenbedingungen oder auch geänderten Marktbedingungen, neu aushandeln zu können und dadurch auch schnellere Sprünge zu bewerkstelligen, ist nicht zu verachten. Ein Festangestellter muss in der Regel für ein besseres Gehalt seinen Job wechseln oder hat nur alle paar Jahre einmal die Gelegenheit eine kleine Gehaltserhöhung zu erzielen.


Abwechslung

Wer nichts mehr hasst als Routine, wird als Festangestellter selten richtig glücklich. Eine freiberufliche Tätigkeit bedeutet dagegen zwangsläufig, dass man sich immer wieder auf neue Ansprechpartner, neue Teams, neue Umgebungen, neue Technologien und neue Prozesse einstellen muss. Es wird nie langweilig, im Gegenteil, es kann Jemanden der sich nach stabilen und geordneten Verhältnissen sehnt sogar in den Wahnsinn treiben.

Ebenso wie bei der Freiheit ist hier wichtig zu bedenken, ob man sich dauerhaft in einer solch dynamischen und aufregenden Situation bewegen möchte, oder doch eher die Routine und Sicherheit bevorzugt. Dies ist meist eine Charakterfrage und Jemand, der gerne jeden Morgen die gleiche Routine durchläuft, wird als Freelancer vermutlich nicht glücklich. Ebenso wird derjenige, der am liebsten jedes Jahr umzieht und niemals zweimal an den gleichen Ort in den Urlaub fährt, sich als Festangestellter vermutlich ständig eingeengt fühlen.


Fazit

Es ist wie so oft im Leben, es gibt kein richtig oder falsch, es gibt nur diverse Pro und Contra für beide Seiten. Jeder muss individuell für sich entscheiden, was ihm im Berufsleben und nicht zuletzt auch in der persönlichen Entfaltung am wichtigsten ist.

Auch eine Festanstellung bietet keine 100%ige Sicherheit und am Ende steht der Festangestellte ohne Job vielleicht sogar schlechter dar, weil er weniger Rücklagen bilden konnte als der Freelancer, der jahrelang mehrere Projekte parallel bearbeitet hat.

Vielleicht steht aber auch der Freiberufler wegen einer Banalität mit dem Rücken zur Wand. Der Programmierer mit gebrochener Hand, der aufgrund von langwieriger Reha monatelang ohne Projekt dastand und sogar noch eine Pönale zahlen muss, weil er sein letztes Projekt nicht zur Deadline abschließen konnte.

Niemand kann sagen was die Zukunft bringt, im Voraus kann nur jeder für sich selbst Chancen und Risiken vergleichen und dann auf dieser Basis eine Entscheidung treffen. Wir hoffen unser Artikel hilft Ihnen ein wenig dabei, diese Entscheidung auf Basis aller Faktoren zu fällen, die für Sie ausschlaggebend sind. Wenn Sie Fragen haben, stehen wir bei SECUSTAFF Ihnen auch jederzeit gerne für eine Beratung zur Verfügung.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg auf dem Weg, für den Sie sich entscheiden oder bereits entschieden haben. Wenn wir Sie bei Ihrer Karriere mit passenden Jobs und Projekten begleiten sollen, dann senden Sie uns gerne Ihr CV ganz einfach per E-Mail an cv@secustaff.com

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